Museum

Ausstellung von kleinen Theatern mit großer Faszination

Wir sind nicht nur Papiertheaterspieler, sondern auch Sammler und haben etliche Schätze zusammengetragen, von Farb-Lithographien bis hin zu alten Theatern. Und so entstand in drei bisher ungenutzten Räumen neben unserem Theaterraum ein kleines Museum.

Bei einem Antiquitätenhändler kauften wir alte Vitrinen und präsentieren unsere Sammlung nun stilecht in Möbeln des 19. Jahrhunderts, nostalgisch dekoriert mit allerlei Vasen und feinen Spitzendeckchen. Die Bühnen, Figurinen und Modelle werden stimmungsvoll beleuchtet und effektvoll in Szene gesetzt. Besondere Hingucker sind beleuchtete Papiertheater aus ganz Europa, ein Litho-Stein mit dazu gehöriger Lithografie und ein altes Polyphon mit Blechplatten, das bezaubernde Melodien spielt. Hier spürt man noch den Charme des 19. Jahrhunderts, zu einer Zeit, als das Papiertheater noch in vielen Wohnzimmern zu Hause war und im Familienkreis gespielt wurde.

In einem dritten Ausstellungsraum präsentieren wir zurzeit eine Sonderausstellung mit tschechischen Heimtheatern und kleinen Marionetten.

Melissa Wienzek vom Remscheider General-Anzeiger schrieb am 29.05.2021:
"Haases Papiertheater ist nicht einfach nur ein Hobby, das, was in der Ackerstraße geschieht, ist ein Lebenswerk mit viel Leidenschaft ... Mittlerweile ist das leuchtende Paradies europäischer Papiertheater-Modelle auf 25 angewachsen. Es gibt italienische, englische, spanische, französische. Und jedes hat seine eigene Geschichte ..."


Aus der Geschichte des Papiertheaters

Bereits um 1820 entstanden in England, Deutschland und Österreich die ersten Papiertheater.

Durch die Erfindung der Lithographie ließen sich Papierbögen preiswert bedrucken, und es gab kaum einen bürgerlichen Haushalt, in dem ein Papiertheater fehlte. Mit Begeisterung wurde ausgeschnitten, geklebt und gebastelt, um Freunden und Bekannten eine spektakuläre Aufführung im eigenen Wohnzimmer zu bieten. Auf der kleinen Bühne wurde nachgespielt, was man zuvor im „richtigen“ Theater und in der Oper gesehen hatte. Findige Verlage brachten immer neue Szenenbilder und Figurenbögen samt den dazugehörigen Textheften heraus.

Nach dem ersten Weltkrieg gerieten die kleinen Theater in Vergessenheit. Radio und Kino, und später auch Fernsehen und Computer, wurden zu einer übermächtigen Konkurrenz. Doch seit den 1980er Jahren lebt die alte Tradition des Papiertheaters wieder auf. Sammler interessieren sich für die nostalgisch anmutenden Theater, und traditionelle wie auch moderne Stücke werden wieder aufgeführt. Es gibt eine internationale Szene in Europa und sogar in Übersee; man trifft sich auf Festivals wie z.B. dem größten Papiertheatertreffen weltweit in Preetz bei Kiel.

Das Papiertheater ist keinesfalls nur „Altpapier“! Es ist ein wunderbares, kreatives Medium, das die Fantasie der Zuschauer beflügelt und in eine zauberhafte Welt entführt.

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